Erster Castor-Transport von Jülich nach Ahaus

Die Linke Kreisverband Düren

Nach der im letzten Jahr erfolgten Genehmigung für die Atommülltransporte wurde am 23.04. der erste von ca. 150 Castoren nach Ahaus geliefert. Wir begleiteten die Abfahrt auf einer überparteilichen Mahnwache am Ausgangstor des Forschungszentrum Jülich.

Der Transport wurde von einem Großaufgebot der Polizei begleitet, alleine in Jülich ca. 2400 Polizist:innen, mehrere Hubschrauber und ca. 100-150 Einsatzfahrzeuge, insgesamt ca. 4500 Polizist:innen in NRW. Das entspricht vermutlich Kosten in Höhe eines niedrigen bis mittleren einstelligen Millionenbetrags für einen einzigen Castor. Auch wenn in Zukunft bis zu vier Castoren gleichzeitig transportiert werden sollen, wird dieser Transport sehr kostspielig. Dazu kommen dem Forschungszentrum Jülich zufolge rund 90 Millionen Euro reine Vorbereitungs- und Transportkosten.

Trotz der umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen besteht bei diesem Transport ein gewisses Risiko, da mehrere sanierungsbedürftige Brücken überquert werden müssen und durch das hohe Gewicht der Transporte diese noch zusätzlich beansprucht werden. Beschädigung, Sperrungen und frühere Sanierungen als geplant sind die Folge.

Dies ist gerade deswegen relevant, weil der Transport vom Zwischenlager in Jülich nicht zu einem Endlager, sondern zu einem weiteren Zwischenlager nach Ahaus geht, das in wenigen Jahren ebenfalls seine Aufbewahrungsgenehmigung verliert. Innerhalb der nächsten zwanzig Jahre steht entsprechend ein weiterer Transport der Castoren an, der Zielort ist noch unklar. Eine sinnvolle und deswegen seit vielen Jahren geforderte Lösung für das Problem wäre der Bau eines Endlagers in Jülich. Dies wurde jedoch vom zuständigen Bundesministerium aus Kostengründen und wegen der vermutlich langen Bauzeit abgelehnt, obwohl der mehrfache Transport der Castoren langfristig höhere Kosten bedeutet.

Bei der Mahnwache von nur zwanzig Personen war Die Linke mit ca. zehn Personen stark vertreten, leider bestand bei anderen Parteien wenig Interesse. Die Presse war dafür umso besser mit mehreren Fernsehteams und Fotograf:innen vertreten. Wir rufen dazu auf, bei den weiteren Aktionen gegen die Castor-Transporte in Jülich teilzunehmen um zahlreicher Präsenz zu zeigen.