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Manheim: Geisterstadt im Tagebau Hambach

Stefan Holz

(Kerpen-Manheim) Im Rahmen des Tages der Archäologie führte mich der Weg auch nach Manheim bei Kerpen. Heute eine Geisterstadt – dann anders als Alt-Morschenich wird der Tagebau Hambach den Ort verschlingen. Das, was von den vergangenen Jahrhunderten übrig blieb, wird derzeit von Studierenden der LMU München geborgen.

Während es in der Außenstelle Titz recht fröhlich zuging und die Kinder ihren Spaß im Keltendorf hatten, bot sich uns nach etwa 20 Minuten Fahrt mit dem Shuttle-Bus ein ganz anderes Bild: Verlassene Häuser. Die Fenster mit Brettern vernagelt. Und hinter dem Bauzaun dutzende, schnurgerade Löcher. Einige tief, andere eher flach.
Der Kontrast zwischen den Ruinen des modernen Kerpen-Manheim und der Ausgrabung der LMU vermittelt nolens volens einen Eindruck von dem Gefühl, das wohl die Menschen aus Mittelalter und Antike beschleichen würde, könnten sie den Archäologen bei der Arbeit zusehen.

Prof. Dr. Bernd Päffgen führte unsere Besuchergruppe durch die Ausgrabung und erläuterte, dass sich hier ein Sitz der Antoniter-Bruderschaft befand. Nicht unähnlich der Kommende Siersdorf in meinem Heimatort. Wie durch die Grabung nachgewiesen befanden sich hier mehrere Brennöfen für eine Töpferei, für die es in den Schriftquellen keinen Beleg gebe.
Es wurde auch ein römisches Gräberfeld entdeckt, welches wohl zu einem Gutshof gehört hatte. Dies, so Päffgen, sei ein klares Indiz dafür, dass der Ort schon zur Zeit um Christi Geburt eine für Siedlungen besonders günstige Lage gehabt habe.

Indes, mit Ausnahme der Kirche St. Albanus und Leonhardus, die genau am Ufer stünde, könnte 2126 dort nichts mehr an ein Dorf erinnern. Denn nach dem aktuellen Plan soll Manheim in nochmal hundert Jahren unter Wasser liegen. Im Hambacher See.

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