Villa Buth als Gedenkort erhalten!

Die Linke Kreisverband Düren

Im Kreis Düren steht ein historischer Ort mit Verbindung zum dunkelsten Kapitel unserer Geschichte - und viele wissen es nicht einmal. Die Villa Buth in Jülich-Kirchberg war im 3. Reich ein sogenanntes “Judenhaus”, hier wurden durch die Nazis jüdische Menschen bis zu ihrer Deportations ins Konzentrationslager interniert.

Die Villa wurde 1893 fertiggestellt. Beauftragt hat den Bau damals der Papierfabrikant Carl Eichhorn. Bis heute befindet sich die Villa im Besitz dieser reichen Fabrikantenfamilie. Im 3. Reich nutzten die Nazis das Gebäude dann für ihre Zwecke: Ab März 1941 wurden jüdische Menschen dort festgehalten, die zunächst Zwangsarbeit leisten mussten und dann bis Juli 1942 in den Osten ins KZ deportiert wurden. Dadurch war dieses Gebäude direkt in den Holocaust involviert und hat daher eine immense historische Bedeutung. Im Jahr 1944 wurden in der Villa Buth auch noch kurzzeitig Wehrmachtssoldaten untergebracht. Nach dem Krieg konnte die Familie Eichhorn finanziell von diesem Gebäude profitieren, indem hier Arbeiter der Papierfabrik untergebracht wurden. Seit dem Jahr 2000 aber lässt man das Gebäude verfallen: Der aktuelle Eigentümer Hellmuth Eichhorn will die Villa abreißen lassen, um von dem Grundstück erneut Profit zu machen, beispielsweise durch eine Expansion seiner Firma (Link)

Der Abriss ist eigentlich gar nicht möglich, denn die Villa Buth steht aufgrund ihrer Historie natürlich unter Denkmalschutz. Doch Hellmuth Eichhorn will den Denkmalschutz aufheben lassen, damit er die Villa abreißen lassen kann. Das dürfen wir nicht zulassen! Am Finanziellen darf es nicht scheitern! Sicherlich kann hier auch die Landesregierung NRW Geld zuschießen, damit hier ein richtiger Gedenkort entsteht.

Ohnehin zeigt der bisherige Umgang mit der Villa Buth auch einen Mangel an lebendiger Erinnerungskultur im Kreis Düren. Eigentlich müsste die Villa Buth schon längst ein Gedenkort sein, damit wir diese schreckliche Vergangenheit nie vergessen. In Zeiten des erstarkenden Rechtsextremismus ist es umso wichtiger, dass es einen Ort der Erinnerung an die Verbrechen der Nazis gibt, damit wir nie vergessen, wohin der Faschismus führt. Ein solcher Ort fehlt jedoch völlig. Eigentlich müsste doch jeder Mensch im Kreis Düren wissen, dass in Jülich ein solch historisches Gebäude steht. Dass das nicht der Fall ist, ist ein großes Versäumnis.

Wir fordern daher: Die Villa Buth muss aufgrund ihrer historischen Bedeutung erhalten bleiben und muss zu einem richtigen Gedenkort für die Verbrechen der Nazis im Kreis Düren umgebaut werden!